Der Rotmilan ist nach Bartgeier und Steinadler der drittgrösste einheimische Greifvogel.
Text: Vogelwarte Sempach, Bilder: Marcel Burkhardt, Siegfried Hönisch
Der Rotmilan ist nach Bartgeier und Steinadler der drittgrösste einheimische Greifvogel. Die Vögel können stundenlang auf ihren schmalen, langen Flügeln kreisen und steuern dabei unablässig mit dem langen Gabelschwanz. Zur Balzzeit vollführen die Paare richtige Kunstflüge und äussern häufig ein wieherndes Trillern. Der Rotmilan hat sich bei uns in den letzten Jahrzehnten deutlich ausbreiten können. Der Schweizer Brutbestand ist zunehmend von internationaler Bedeutung, denn in vielen Regionen Europas sind die Vorkommen rückläufig.
Merkmale
rostbraunes Gefieder mit gestreiftem, hellem Kopf; verhältnismässig schmale Flügel, beim Gleiten nach hinten abgewinkelt; stark gegabelter Schwanz; schlägt mit den Flügeln tief nach unten, weshalb sein Flug elegant und geschmeidig wirkt; beide Geschlechter gleich.
Lebensraum Grösse und Alter
Vogelgruppe: Habichtartige Länge: 56 - 73 cm
Lebensraum: Kulturland Spannweite: 140 - 165 cm
Nahrung: Kleinsäuger, Vögel, Aas, Abfall, Würmer Gewicht: 750 - 1300 gr
Zugverhalten: Standvogel und Kurzstreckenzieher Alter: bis ca. 25 Jahre
Fortpflanzung Bestand
Brutort: Bäume 2'800 - 3'500 Paare
Brutdauer: 30 Tage Status CH: ganzjährig häufig
Jahresbruten: 1 nicht gefährdet
Gelegegrösse: 2-3
Nestlingsdauer / Flugfähigkeit 50-55 Tage
Verbreitung
Jahreskalender
Die Abbildung fasst auf der obersten Zeile zusammen, wann die Art in der Schweiz regelmässig zu sehen ist (grau). Je nach Saison können die Zahlen grossen Schwankungen unterworfen sein (dicke Linie=häufig, dünne Linie=selten). Die farbigen Zeilen zeigen das jahreszeitliche Auftreten differenzierter an. Obere Zeile: Winteraufenthalt (blau), mittlere Zeile: Hauptzugzeit (violett). Unterste Zeile: Brutzeit (orange), die in der Regel die Phase von der Eiablage bis zum Flüggewerden der Jungvögel umfasst.