, Hönisch Siegfried

Altholzinsel Seemoosriet

Altholzinseln sind ökologisch wertvolle Waldbestände mit älteren Bäumen, welche als Trittsteine die Waldreservate und Auenschutzgebiete vernetzen und ergänzen sollen.

 

Anschliessend an das Naturschutzgebiet im westlichen Seeparkareal besitzt die Bürgergemeinde Arbon zwischen Philosophenweg und See ein längliches, drei Hektaren grosses Waldstück. Es erstreckt sich bis zum Camping Buchhorn.

Im Jahr 2011 hat die Bürgergemeinde in einer Vereinbarung mit dem Kantonsforstamt verpflichtet, in diesem Wald auf jegliche Holznutzung zu verzichten – dies im Rahmen eines Biodiversitätsprojektes. Nur wenn es die Sicherheit von Fussgängern, Velofahrern und des Bahngleises gebietet, werden Massnahmen getroffen und Äste, die herunterfallen könnten, entfernt oder Fällungen vorgenommen.

Dieses Waldstück, was nie planmässig bewirtschaftet wurde, stellt schweizweit eine Rarität dar, beherbergt es doch einen zusammenhängenden Silberweiden-Auenwald. Im Kanton Thurgau gibt es nur gerade 13 Hektare dieser seltenen Pflanzengesellschaft. 

Altholzinseln sind ökologisch wertvolle Waldbestände mit älteren Bäumen, welche als Trittsteine die Waldreservate und Auenschutzgebiete vernetzen und ergänzen sollen. Es sind kleinere Waldflächen von einer bis mehreren Hektaren Grösse, die im bewirtschafteten Wald liegen und für 25 oder 50 Jahre ungenutzt bleiben. Sie werden mit Vereinbarungen zwischen dem Forstamt und dem Waldeigentümer gesichert. Der Waldeigentümer erhält für den Nutzungsverzicht eine Abgeltung.

Die Bäume in Altholzinseln werden zur Erhaltung und Förderung bestimmter Tier- und Pflanzenarten möglichst bis zum Absterben und Zerfall stehen gelassen. Dadurch wird die Bildung von ökologisch sehr bedeutsamem Alt- und Totholz gefördert und die Strukturvielfalt im Wald erhöht. Gemäss Forschungsresultaten sind ca. 25'000 der im Wald lebenden Tierarten direkt von totem Holz abhängig. Totholz und Altholzflächen sind somit wesentliche Strukturelemente, um die Biodiversität im Wald zu erhalten und zu verbessern. Diverse Quellen aus der Fachliteratur erachten Totholzmengen von 20 bis 50 m3/ha als notwendig, um die
Vielfalt der totholzbewohnenden Arten zu erhalten. Aufgrund des Mangels an Totholz in den intensiv genutzten Wäldern im Thurgau und auch im übrigen Mittelland sind Altholzinseln sehr wichtig und wertvoll.

Text: Kanton Thurgau, CH Medien, Bilder: Kt. Thurgau, S. Hönisch